Zusatzleistungen / Modellversuche
Qualität und Wirksamkeit der Leistungen müssen dem allgemein
anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse zu entsprechen und den medizinischen Fortschritt zu
berücksichtigen. In diesem Zusammenhang bieten einige Krankenkasse Leistungen, die (noch) nicht im
Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten sind, im Rahmen von Modellversuchen an. Die
Modellversuche müssen von den Krankenkassen angemeldet und von den Aufsichtsbehörden genehmigt werden.
Das Ziel dieser Modellversuche ist der Nachweis der medizinischen Wirksamkeit der Behandlung. Kann die
medizinische Wirksamkeit einer Behandlungsmethode wissenschaftlich nachgewiesen werden, können alle gesetzlichen
Krankenkassen für Ihre Versicherten die Kosten für diese neue Therapieform übernehmen.
Unter anderem werden von den gesetzlichen Krankenkassen
folgende Modellversuche durchgeführt:
Akupunkturbehandlung
Die Akupunkturbehandlung ist eine alternative Form der
medizinischen Behandlung. Im Rahmen dieses Modellversuches ist
eine Behandlung von chronischen Schmerzen, insbesondere von
chronischen Kopfschmerzen, chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule und chronischen Schmerzen bei entzündlichen
Gelenkerkrankungen möglich.
Asthmakranke Kinder und Jugendliche
Kinder und Jugendliche erhalten spezielle Schulungen, die aus
Verhaltentraining und Inhalationsschulungen bestehen. Darüber
hinaus werden psychologische und soziale Unterstützung gewährt
sowie ein speziellen Bewegungsprogramm absolviert.
Diabetes mellitus
Ziel des Modellversuches ist die Sicherstellung einer qualitativ
hochwertigen Versorgung der Diabetiker auf der jeweils effizienten
Versorgungsstufe Hausarztpraxis, Facharzt oder Krankenhaus. Die
im Zusammenhang mit der Erkrankung auftretende Zahl an Erblindungen, Amputationen und
Dialysebehandlungen soll dadurch reduziert werden.
Geriatrische Rehabilitation
Dieser Modellversuch soll den Eintritt von Pflegebedürftigkeit
älterer Menschen verhindern. Dies erfolgt durch den Einsatz
psychosozialer und physiotherapeutischer Maßnahmen (z. B.
Krankengymnastik), wodurch die Verweildauer stationärer Behandlungen vermieden oder verkürzt werden kann.
Herzinfarkt-Prävention in der ganzen Familie
Entwicklung und Erprobung wirksamer und effizienter Maßnahmen,
welche die Risikofaktoren für einen Herzinfarkt wie z. B. Rauchen,
Übergewicht, Diabetes, erhöhter Blutdruck und Cholesterinspiegel
positiv beeinflussen sollen.
Minimalinvasive operative Behandlung
Mit Hilfe der Minimal-Chirurgie (Schlüsselloch-Chirurgie) soll künftig
bei Operationen eine verkürzte Verweildauer des Patienten im
Krankenhaus sowie eine Linderung der Operationsbeschwerden
erzielt werden.
Naturheilverfahren
Im Rahmen dieses Modellversuches werden verschiedene
Naturheilverfahren zur Behandlung von Schmerzen eingesetzt.
Neugeborenen-Screening
Bei den meisten Säuglingen mit angeborenen Stoffwechselerkrankungen sind äußerliche Symptome zum
Zeitpunkt der Geburt nicht vorhanden. Nur ein auffälliges
Testergebnis macht den behandelnden Arzt darauf aufmerksam,
dass diese Kinder eine spezielle Überwachung und Behandlung
benötigen.
Schlaganfall
Durch Information und Beratung soll der Wissensstand über die
Risikofaktoren eines Schlaganfalls erweitert werden. Gleichzeitig
soll durch präventative Maßnahmen das Eintreten von Schlaganfällen bzw. von Pflegebedürftigkeit nach einem
Schlaganfall reduziert werden.
Tele-Medizin in der Pneumologie
Patienten, die an Asthma erkrankt sind, können Ihre
Krankheitswerte regelmäßig an eine Überwachungsstation schicken, die bei einer Verschlechterung der Werte sofort eingreift.
Das Projekt dient der medizinischen Verbesserung und
wirtschaftlichen Optimierung der Behandlung bei Asthma.
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